| Pferde und Haltung | ||||||
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Die Halbgeschwister Odin und Freya sind „vom alten Schlag“ Haflinger, sie bringen zusammen gut 1000 kg auf die Waage. Mani ist eher ein moderner Typ und man wird noch sehen, wie gut er sich zum arbeiten eignet, er wächst leider fleißiger in die Höhe, als in die Breite. Odin und Freya habe ich während eines akuten Reheschubes übernommen, ohne zu wissen, was das für mich bedeuten wird. Die damals zuständige Tierärztin hat mich völlig falsch beraten. Das Ergebnis ist, dass ich bis heute ständig mit der Gefahr weiterer Reheschübe jongliere, was den Aufwand für mich dabei natürlich deutlich erhöht.
Odin hingegen hat ebenso wie Freya eine Hufbeinrotation auf beiden Vorderbeinen, allerdings schwergradiger. Er hat zwei Jahre lang alle Therapieformen (Allopathie, Homöopathie, Phytotherapie, Akupunktur, Osteopathie, Telepathie, Klebeschuhe...) über sich ergehen lassen, bis er sich entschieden hat, gesund zu werden. Und GENAU DANN hatte er seinen (bislang einzigen weiteren) Reheschub, der ihm zur Hufbeinrotation noch eine Hufbeinsenkung beschert hat, die als nicht reversibel gilt. Seitdem schleift er sich die Zehenkappen an den Hinterhufen ab und ist insgesamt eher steif. Als er dank Klebebeschlag wieder lahmfrei war, habe ich trotzdem mit seiner Ausbildung begonnen. Freya und ich hatten da bereits gut zwei Jahre Vorsprung. Vom Temperament her das Gegenteil seiner Schwester, sind die beiden als Gespann eine schöne Herausforderung für mich als Kutscherin. Wider erwarten hat Odin sich zu einem zuverlässigen Zugpferd entwickelt, der auf weichen Böden auch jede schwere Arbeit mitmacht. Wenn er allerdings auf Schotter gehen muss oder längere Zeit auf Teer, dann braucht er einen Hufschutz oder Beschlag. Mani bespaßt beständig seine Pferde- und Menschenfamilie, hat allerdings Sommerekzem, was die Freude trübt... Die Haltung & FütterungLaut einschlägiger Literatur und tierärztlichen Ratschlägen dürfen Odin und Freya grüne Wiesen eigentlich nur noch aus der Ferne sehen. Pferde brauchen ihrer Natur gemäß mind. 12 Stunden pro Tag Weidegang, das heisst tiefer Kopf mit beständiger Lippenbewegung, das erzeugt entspannte Wellen im Gehirn. Wenn die Haltung diese tiefe Art von Pflanzenfressertum verhindert, fehlt ihnen etwas, ähnlich wie den Hühnern, die nicht hacken dürfen in den Legebatterien und dann zu Kannibalen werden (müssen). Daher habe ich folgende Haltungsform entwickelt, bei der ich zwar ein (Hufrehe-)Risiko eingehe und die Pferde zeitweise auch zu dick sind, aber die Lebensqualität der Pferde stimmt: Tagsüber sind die Pferde in einem sandigen Paddock mit Stall und div. anderen Betriebsgebäuden. Die Fläche habe ich kontinuierlich vergrößert, bis sie so groß war, dass der Vertritt keine Schlammwüste mehr erzeugt hat, sondern kurzes Gras auf Teilen der Fläche überlebt. Die Pferde sind also tagsüber dauernd beschäftigt mit dem Abknabbern physiologisch bedeutungsloser Futtermengen. Von 22 Uhr bis 6 Uhr sind sie auf einer Weide, mit einer Fressbremse, Sommer wie Winter. Dadurch gibt es keine Anweideschock für den Organismus. Die Fressbremse erlaubt fressen, aber eben im Tempo und Menge gebremst. Im Paddock gibt es im Sommer zusätzlich Stroh in Futterständen (mit Sichttrennung) und im Winter abgewogene Heumahlzeiten in 3 Portionen. Im Sommer machen wir Laubheu (Bäume fällen und im dunkeln trocknen, dann bleibt das Blattwerk grün), das wir vor Allem im Winter als Knabberäste dazu füttern und im Sommer frisch. Während der Heusaison gibt es Rüben aus dem eigenen Anbau dazu (psychologisch wirksame und physiologisch unwirksame Dosierung von vielleicht max. einem Kilo). Das ganze Jahr über bekommen die Pferde nach dem Weidegang bei der Ankunft im Paddock den (ebenfalls psychologisch wichtigen) Willkommenseimer mit gequetschtem Hafer, Leinkuchen, Algenpulver und Kleie – alles bio. Die Hafermenge ist mit 300g so bemessen, dass die Verdauung der großen Rauhfuttermengen dadurch verträglicher wird. Wenn die Pferde viel Arbeiten (regelmäßig 2 Stunden und mehr) kann ich die Haferration bedarfsorientiert auf 1 bis 2 kg hoch setzen, ohne dass es Verdauungsschwierigkeiten gibt, weil die Darmflora ja auf Hafer eingerichtet ist.Dieser Text ist noch nicht fertig... *) Odin ist sozusagen der „Zeus“ der Germanen. Er hieß früher Bonni. Als er bei mir Karriere gemacht hat und zu einem ordentlichen Zugpferd avancierte, brauchte er einen tauglicheren Namen, um mit seiner Schwester mitzuhalten. Also habe ich nur die Vokale behalten – er fand den Wechsel prima. Freya ist die wichtigste weibliche Gottheit der Germanen und Mani ist der germanische Gott des Mondes. Mani hieß vorher Moritz, ich wollte ihm eine gleichberechtigte Chance geben in seiner neuen Herde, also habe ich einen Gott mit M gefunden, der sich noch dazu auf seinen weißen Fleck auf der Hinterhand bezieht. |
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